Start

Verlagsportrait

Neue Titel

Belletristik

Wissenschaft

Bestellung

Kontakt

Impressum
   
Georges Perec
Dee Weedergenger
Roman

 

Aus dem Französischen übersetzt und mit einem
Nachwort versehen von Peter Ronge

144 Seiten, Englische Broschur, Fadenheftung
ISBN 3-931325-35-0
EUR 16,50 (D)


Georges Perec (1936–1982), Mitglied des berühmten Oulipo (Ouvroir de Littérature Potentielle), in das ihn sein Mentor Raymond Queneau früh berufen hatte, war ein experimenteller Schriftsteller ohnegleichen. Die Dinge (Les Choses), W oder die Kindheitserinnerung (W ou le souvenir d'enfance), Das Leben — Gebrauchsanweisung (La vie — mode d'emploi), um nur die bei uns bekanntesten Werke zu nennen — keines gleicht dem andern.

Eine Passion Perecs war die Beschäftigung mit lipogrammatischen Werken, ein literarisches Genre, das wir seit der Antike kennen: Just durch Auslassen bzw. Vermeiden von bestimmten Lettern wird eine sprachliche Erweiterung und Bereicherung gesucht und gefunden! Perecs zweites geradezu artistisches Werk dieses Genres freuen wir uns nun in deutscher Sprache vorzustellen: Dee Weedergenger (Les Revenentes), ein monovokalischer Roman, der ausschließlich den vokalischen Buchstaben e und seltener den Halbvokal y zuläßt!

Der Titel des Romans spielt doppelt an, zum einen auf Perecs ersten lipogrammatischen Roman La Disparition (Das Verschwinden, in der Übersetzung von Eugen Helmlé Anton Voyls Fortgang), worin nur die Vokalzeichen a, i, o und u auftauchen, der Vokal e indes gänzlich fehlt. In Dee Weedergenger kehrt dieser nun im Triumph wieder und verdrängt alle restlichen Vokale! Zum andern auf die Helden französischer Klassiker, nämlich de Sades Juliette und die Trois Mousquetaires von Dumas, die ebenfalls wiederkehren und ein unerwartetes modernes Nachleben führen.

Die Doppelhandlung seines Romans, Vorbereitung und Ausführung eines Juwelenraubs und einer Sexorgie, situiert Perec im übrigen ausgerechnet am Sitz und um die Person des anglikanischen Bischofs von Exeter, weswegen sich die Leser gar noch wie Komplizen des Autors in die schleichende Anglisierung von Sprache und Schreibart des Erzählten fügen.

Les Revenentes schien lange Zeit unübersetzbar; es ist der einzige Roman Perecs, der bislang nicht in deutscher Sprache vorliegt. Endlich wird diese Lücke geschlossen: Peter Ronge hat — getreu den Sprachregelungen des Oulipo — eine Übersetzung gewagt und bewältigt!